Intertextualität
"Es stimmt also nicht, daß man für sich selber schreibt: das wäre die schlimmste Niederlage; brächte man seine Regungen zu Papier, dann würde man sie gerade nur langatmig ausspinnen können. Der schöpferische Akt ist beim Erschaffen eines Werkes nur ein unvollständiges, abstraktes Moment; wenn der Autor allein existierte, könnte er schreiben, soviel er wollte - das Werk würde nie als Objekt das Licht der Welt erblicken, er müßte die Feder niederlegen oder verzweifeln.
Aber der Vorgang des Schreibens schließt als dialektisches Korrelativ den Vorgang des Lesens ein, und diese beiden zusammenhängenden Akte verlangen zwei verschieden tätige Menschen. Die vereinte Anstrengung des Autors und des Lesers läßt das konkrete und imaginäre Objekt erstehen, das das Werk des Geistes ist. Kunst gibt es nur für und durch den anderen."[1]
Quellen:
[1] Jean-Paul Sartre, Reden, Aufsätze, Interviews zur Literatur, Kiepen, Leipzig und Weimar, 1982
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